Weltrekord Nr. 2 – es ist geschafft!

Es ist Freitag, der 30. Juni, und der Wecker klingelte pünktlich um 8:30 Uhr. Es sind nur noch fünfeinhalb Stunden bis zum Start meines zweiten Weltrekordversuchs zugunsten der NCL-Stiftung. Diesmal geht es um den Weltrekord im Kurzplatzspiel. Es gilt, innerhalb von 24 Stunden die Vorgabe des Rekordinstitut Deutschlands von 280 Kurzbahnen zu bewältigen. Im Training war ich wirklich sehr gut drauf und so setzte ich mir ein erstes Ziel von 300 Bahnen. Wenn es wirklich optimal läuft, sollten sogar 500 Bahnen zu schaffen sein.

Die Sonne scheint und auch die Wettervorhersage hat zumindest für die kommenden 16 Stunden gutes Wetter angesagt. Am frühen Samstagmorgen soll es dann leider anfangen zu regnen. Ich erinnere mich noch daran, wie ich im letzten Jahr pünktlich um 14 Uhr im Regen starten musste. Ich habe die Hoffnung, dass das Wetter wirklich, wie ich, 24 Stunden durchhält, aber wir werden sehen.

Bereits gegen 11 Uhr machte ich mich auf zum Golfpark Weidenhof. Die letzten Vorbereitungen mussten noch getroffen werden. Mein Pavillon für das angekündigte schlechte Wetter, Getränke und Snacks mussten bereit- und der Kühlschrank angestellt werden. Außerdem haben mich das Autohaus Walter Burmester aus Rellingen genauso toll unterstützt, wie die Bürgerstiftung Pinneberg oder die örtliche Bäckerei Schlüter. Sie alle kamen mit Bannern und Beachflags, um Ihre Unterstützung für meinen guten Zweck öffentlich zu untermauern.

Gegen 12:30 Uhr waren dann die letzten Handgriffe erledigt. Es blieb mir noch etwas Zeit, mich mit meiner Frau und einem leckeren Mittagstisch zu stärken, so dass ich kraftvoll in die erste Etappe gehen konnte. Doch was war eigentlich die erste Etappe? Die ersten 300 Bahnen sollten es sein. Denn dann würde ich schon den neuen, offiziellen Weltrekord aufgestellt haben.Gegen 13:30 Uhr versammelten sich meine ersten Helferinnen und Helfer. Insgesamt hatte ich für die 24 Stunden ein Team von 14 Leuten zusammengestellt.

Ich erinnere mich, dass im letzten Jahr die Übergaben von Begleitungsteam zu Begleitungsteam perfekt gepasst haben und jeder konzentriert seine Aufgabe erfüllt hatte. Ich war mir für heute sicher, dass dies wider der Fall sein würde, wenn auch die teilnehmenden Begleiter größtenteils andere waren. Ich nehme es vorweg: Ich sollte Recht behalten. Die Organisation war perfekt.

Pünktlich um 13:45 Uhr waren alle da, die mir wichtig sind. Meine Eltern sind extra aus Itzehoe gekommen, haben aber nicht auf Anhieb die richtige Zufahrt zum Golfplatz gefunden und somit fast den Anpfiff verpasst. Die schreibende. lokale Presse wollte noch ein kurzes Interview von mir und irgendwie musste Claudia, die Verantwortliche vom Golfpark Weidenhof, an den Start erinnern. Ich nahm lediglich meine zwei Schläger (PW und Putter) zur Hand und ging mit meinem ersten Begleitungsteam für die ersten beiden Stunden (Dieter und Axel) an den ersten Abschlag. Ich hatte gerade noch Zeit, mir meinen Handschuh anzuziehen und ein Mal tief durchzuatmen, da ertönte auch schon das Horn zum Start meines zweiten Weltrekordversuchs.

Die größte Gefahr, die ich sah, war die, dass ich viel zu schnell angehen würde und mir zum Ende hin die Puste ausgehen könnte. Dieser Gedanke bestätigte sich, nachdem mir nach einer Stunde um 15 Uhr gesagt wurde, dass ich bereits 37 Bahnen gespielt hatte. Wenn man das hochrechnet, wäre ich ja bereits nach 8 Stunden mit meiner Aktion fertig und hätte über 280 Bahnen gespielt. Ich wäre sogar noch etwas schneller gewesen, hätte ich in der ersten Anfangsstunde nicht 14 Bogeys eingebaut. Aber mal abwarten, der Tag und die Nacht waren noch lang und sicher wird der Zeitpunkt noch kommen, an dem ich meine mentale Stärke benötigen würde.

In der zweiten Stunde bekam ich dann so langsam meinen Rhythmus. Zwar kam ich jetzt “nur” noch auf 34 Bahnen, spielte aber immerhin 4 Birdies und nur 6 Bogeys. Bei insgesamt 24 Bahnen, die ich Par gespielt habe, zeigt sich, dass ich Konstanz gefunden hatte.

Nun möchte ich Euch hier aber nicht langweilen und jede  der 24 Stunden protokollartig beschreiben. Das Wichtigste in Kürze:

Ich war um 22:24 Uhr und somit nach “nur” 8:24 Stunden am Ziel. Der neue, offizielle Weltrekord war aufgestellt. Ich fühlte mich noch total locker und entspannt. Ab jetzt hieß es nur noch verletzungsfrei durchkommen, genießen und noch einige Bahnen drauflegen. Besonders gefreut habe ich mich, dass mich mein Trainer und Golf-Pro Douglas Appleton um 4 Uhr morgens!!! für zwei Stunden auf meinen Runden begleitete und für jedes seiner gespielten Birdies 5,- Euro zusätzlich in die Spendenkasse spendierte. Ok, es wurden “nur” 12 Birdies, aber für die Uhrzeit nicht schlecht. Leider hatte es gegen 7 Uhr morgens angefangen zu regnen.

 

Teilweise sogar so stark, dass meine Begleiter im Golfcart aufgrund der Nässe nicht mehr mit mir mithalten konnten. Oder es lag daran, dass ich immer noch topfit war. Ich weiß nicht warum. Entweder wurde ich nach und nach schneller oder aber die Witterung bremste meine Leute aus. Jedenfalls hörte ich meine Leute immer wieder rufen: “Hey Dirk, warte, nicht so schnell.” Wenn man das nach 18 Stunden noch zu hören bekommt, hat man alles richtig gemacht! 🙂

Aber von wegen, natürlich wartete ich nicht. Ich kam wirklich gut und anders als beim Golfmarathon in 2022, schmerzfrei durch die Nacht. Nach der 19. Stunde schaffte ich immer noch 33 und in der letzten Stunde sogar noch einmal 34 Bahnen.

Gegen 13:30 Uhr, als in die letzten Runden ging, bemerkte ich, dass sich trotz des stärkeren Regens, einige Zuschauer um meine überdachte Basisstation versammelten. Meine Begleitungen der letzten 24 Stunden, die Mitarbeitenden vom Golfclub, Freunde, zwei, drei Leute von der Presse, und natürlich die Familie. Das weckte in mir noch einmal sämtliche Kräfte und so ließ ich mir nicht den Hauch von Müdigkeit anmerken. Um 14 Uhr ertönte dann schließlich die Zielsirene und ich spürte, wie letztendlich doch sehr viel Erleichterung und Kraft von mir abfiel.

Es war geschafft:

  • 24 Stunden Dauergolfen
  • 716 gespielte Kurzbahnen
  • über 83 gelaufene Kilometer
  • über 2.340 Schläge
  • 7.800,- Euro für die NCL-Stiftung

An dieser Stelle ist es mir wichtig, mich bei allen Helfern und Helferinnen zu bedanken! Es bedeutet mir viel und ich sehe das als nicht selbstverständlich an! Herzlichen Dank:

Dieter, Axel, Lischa, Gerd, Jürgen, Siegfried, Olaf R., Julia, Michael, Kathrin, Max, Marco, Daniel, Douglas, Susan, Svenni, Jörg, Gila, Marlies, Norbert, sowie Olaf D. und natürlich an meine Familie!

Ein besonderes Dankeschön an Olaf D., aber auch an Douglas und Daniel! Olaf war, wie bei den letzten Aktionen auch, die konstanteste Stütze für mich. Er hatte die undankbarste Schicht von 2 bis 6 Uhr morgens und dann noch einmal von 12 bis 14 Uhr übernommen. Daniel war um kurz nach 1 Uhr aufgestanden, um Olaf ab 2 Uhr genauso zu unterstützen, wie Douglas ab 4 Uhr.

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