Trainingswoche 5 – mit Hindernissen

Fahrrad vor Plattenweg

Immer im Trainingsrhythmus bleiben

Letzte Woche hatte ich wirklich gut trainiert. Ich hatte durchaus das Gefühl, meine Fahrradgolftour nun mit einer gewissen Lockerheit bewältigen zu können. Aber natürlich war Vorsicht geboten und ich durfte mich nicht all zu früh auf meinen Trainingserfolgen ausruhen, auch wenn die Lust vorhanden war. Das muss ich schon zugeben.

Trotzdem schwang ich mich, vernünftigerweise heute wieder auf mein Rennrad. Der Wind war eisig. Ich wollte mich mit einer lockeren Runde auf meine morgige Tour vorbereiten. Dann stand der Radwechsel, vom E-Bike zum Rennrad in Itzehoe wieder an. Also radelte ich entspannt vor mich hin. Nach knapp 17 Kilometern und 40 Minuten Radelzeit war ich in Wedel. Wedel liegt direkt an der Elbe. Bekannt ist die Stadt für das Willkomm-Höft, die Schiffsbegrüßungsanlage. Sie wurde von Otto Friedrich Behnke, dem Wirt des Schulauer Fährhauses 1952 eingerichtet. Hier werden die Schiffe, die den Hamburger Hafen anfahren oder verlassen, begrüßt oder verabschiedet. Das passiert, indem die Hamburger Flagge gesenkt (seemännisch: „gedippt“) und das internationale Flaggensignal für „Gute Reise am Fahnenmast gehisst wird. Bei Schiffen über 1000 Bruttoraumzahl, die die deutschen Gewässer verlassen, wird tagsüber außerdem die Nationalhymne deren Heimatlands angespielt.

Leider war heute weit und breit kein Schiff zu sehen. Zum Glück habe ich genug Archivmaterial 🙂
Manchmal grüßen die Schiffe nämlich auch durch Dippen der Flagge oder durch einen Ton des Signalhorns zurück. Und eigentlich ist es immer nett mit anzusehen, wie die Ozeanriesen oder auch kleinen Schiffe Richtung Nordsee oder Hafen fahren.

Eigentlich wollte ich auch noch ein paar Fotos für meine Social-Media-Follower und natürlich meinen Blog hier machen, doch es war so kalt, dass es mich schnell wieder nach Hause zog. Und genauso schnell wie ich in Wedel war, war ich wieder zurück. Ein alkoholfreies Kaltgetränk, ein leckerer Keks und ein Käffchen warteten auf mich.

Für meine morgige Tour nach Itzehoe hatte ich das Angebot von meinen Eltern bekommen, von Itzehoe mit dem Auto wieder nach Hause gefahren zu werden. Das hörte sich jetzt verlockend an, aber das wäre dann ja kein so ganz richtiges Training. Nein, da werde ich durch müssen. Etwas Quälerei hat noch niemandem geschadet und ich möchte bei meiner Tour auch das Golfen noch genießen können und hoffentlich „nur“ erträglichen Muskelkater haben. Schauen wir mal, wie es morgen läuft.

Dirk in Wedel mit Ball und Cap

Gegen den Wind

Viele von Euch werden es kennen: Man trainiert auf ein Ziel hin und trainiert und trainiert und dann will man einfach nur noch los. In meinem Fall ist es genau so. Ich fühle mich mittlerweile wirklich fit und habe das Gefühl, dass ich meine Tour richtig gut bewältigen werde. Doch so wie es aussieht, wird sich der Start wohl verschieben. Viele Hotels dürfen Stand heute noch keine Reisenden mit touristischem Hintergrund beherbergen.

Da meine Frau weiterhin der Ansicht ist, dass mir das Training figürlich und auch sonst richtig gut tut, bin ich immer noch motiviert dabei. Zwar habe ich noch nicht wirklich an Gewicht verloren, aber das liegt vielleicht daran, dass sich Muskeln bei mir entwickeln, die in den letzten 15 Jahren verkümmerten und Brach lagen. Mit diesem Gedanken bin ich am nächsten Tag zu meiner Trainingstour mit Fahrradwechsel nach Itzehoe aufgebrochen.

Da mir schon am Start der Etappe Gedanken über den Gegenwind gemacht habe, der spätestens auf der Rückfahrt ordentlich wehen würde, bin ich die Tour recht entspannt angegangen. Ich war wieder mit dem E-Bike unterwegs und habe mir immer mal wieder Zeit genommen, um einige Fotos zu machen. Ich habe richtig schöne Motive gefunden und bin sogar mal zum Schloss Breitenburg abgebogen.

In Itzehoe habe ich noch schnell die Kirche fotografiert. Natürlich habe ich auch einen kurzen Insta-Post erstellt. Dann habe ich bei meinen Eltern, mit ordentlich Sicherheitsabstand, einen hervorragenden Kaffee und eine Schale mit leckeren Erdbeeren genossen. Als die letzte Erdbeere verspeist war, ging es wieder, diesmal mit dem Rennrad, in Richtung Heimat.

Laurentii Kirche Itzehoe

Bereits nach 5 Kilometern habe ich die Entscheidung das erste Mal bereut, nicht doch ein Stück das Auto zu nutzen. Und ich gebe zu, das war nicht das einzige Mal auf dieser Strecke. Aber ich bin ja clever. Ein paar Pausen nutzte ich wieder, um das ein oder andere Foto zu machen. Kurz vor meinem Ziel sah ich, dass ich bis nach Hause insgesamt etwa 96 Kilometer auf der Uhr haben werde. Das ging so nicht wirklich. Die 100 Kilometer wollte ich schon voll machen. Und so fuhr ich noch einen Schlenker durch unsere wunderbaren Baumschulen. Wusstet Ihr, dass der Kreis Pinneberg als eines der größten, geschlossenen Baumschulgebiete der Welt gilt? Ja, so ist es und es ist wirklich schön, dass wir hier immer viel in schöner Umgebung unterwegs sein können.

Nach knapp 101 Kilometern kam ich dann erschöpft, aber glücklich, wieder zu Hause an. Ein Kaltgetränk und ein weiterer Kaffee erwarteten mich. Ich genoss eine kleine Auszeit auf dem Liegestuhl. Meine Gedanken schweiften schon zur nächsten Tour. Wohin sollte diese mich bringen? Erst Einmal gönnte ich meinen Beinen etwas Ruhe. Die nächsten beiden Tage lies ich es ruhiger angehen. Ich spiele etwas Fußball im Garten und fuhr mit dem Fahrrad zum Spargelstand in der Nähe. Am Samstag wollte ich dann wieder los. Glückstadt war mein Ziel.

Glückstadt – unerreichbar

Frohen Mutes startete ich mit meinem Rennrad nach einem späten Frühstück Richtung Glückstadt. Die Route über Seestermühe und Kollmar war ungefähr 39 Kilometer lang. Also fast schon eine Erholungs-Strecke. Während ich mich in den ersten Wochen meiner Vorbereitung manchmal doch aufraffen und meinen Schweinehund überwinden musste, fiel mir der Schwung aufs Rad heute ziemlich leicht. Über Prisdorf, Tornesch, Uetersen und Seestermühe ging es zum Krückausperrwerk Richtung Kollmar. Am Krückausperrwerk endete abrupt meine geplante Route. Ein Hinweisschild sorgte für Aufklärung. Das Sperrwerk öffnet die Verbindung auf die andere Uferseite erst wieder ab 1. Mai für Radfahrer und Fußgänger. So ein Mist.

Dirk vor geschlossenem Krückausperrwerk

Tja, nun war guter Rat gefragt. Ich wusste nicht, wie ich auf einem relativ direkten Weg nach Glückstadt kommen sollte. Und dabei warteten in Glückstadt meine Eltern mit der nötigen Tourenverpflegung Kaffee, Banane und Apfel. Ich teilte den beiden telefonisch mit, dass sie leider alles alleine verzehren durften. Da ich nicht durch die Krückau schwimmen wollte, ich trainiere ja schließlich nicht für einen Triathlon, plante ich um. Ich entschied mich für eine Route entlang der Elbe nach Wedel. Nach wenigen Kilometern erreichte ich das Pinnausperrwerk. Bereits als ich es aus der Ferne sah, überkam mich ein leicht mulmiges Gefühl. Hoffentlich hatte ich hier nicht das gleiche Problem. Aber je näher ich kam, desto mehr glaubte ich, dass sich meine Vermutung bewahrheitete. Auch dieses Sperrwerk war gesperrt. Ich war für diese Tour einfach eine Woche zu früh unterwegs. Doch wie kam ich denn jetzt nach Wedel. Heute war irgendwie nicht mein Tag der „runden“ Tour.

Blick auf die Elbe

Da kam zufällig ein Landwirt vorbei, der seine Schafe gepflegt hatte. Er gab mir den Tipp, über einen kurzen Schotterweg in Richtung Neuendeich und dann von dort nach Wedel zu fahren. Echt nett, und ich bedankte mich. Doch was mich dann erwartete, war eine Katastrophe. Der Schotterweg ließ sich mit einem Trecker und bestenfalls mit einem Mountainbike befahren, aber doch nicht mit einem Rennrad. Mein Frust saß tief. Ich musste nun den ganzen Schotterweg, geschätzte 1,5 Kilometer, laufen und mein Rennrad schieben. Gut ich mag mein Fahrrad, aber eigentlich geht die Liebe dann doch nicht so weit, dass es mir Freude macht, es zu schieben. Aber es half an diesem Tag eben wieder nichts. Ich musste da durch.

Ich war so genervt, dass ich den Abstecher nach Wedel nicht mehr eingelegt habe. Ich hatte nur noch Lust auf einen Kaffee und wollte nach Haus.

Naja, statt der geplanten 80 Kilometer wurden dann leider und irgendwie auch immerhin 60 Kilometer. Das hat mich ein wenig versöhnt. Und gelernt habe ich auch etwas: Ich werde meine Touren besser planen müssen. Das war meine Erkenntnis für meine Trainingswoche Nummer 5. Wie es nächste Woche weitergeht? Ich werde berichten.

Ich hoffe, ihr seid und bleibt gesund und munter.

Bis bald!

Viele Grüße
Euer Dirk

Keine Kommentare

Hinterlasse mir eine Nachricht

Sponsoren