Die Etappen bis zur Vierplätzetournee
(hier entstehen während meiner Tour meine Tagesberichte)
Etappe 1 am 05.05.: Um 17 Uhr Startschuss und Auftakt mit der NCL-Stiftung im Peiner Hof
Gesamtetappe: ca. 15km und 8,9km Golf
Mit einem besonderen Auftakt startete gestern offiziell meine Tour „Birdies and Bike – die NCL Hope-Tour“. Um 17 Uhr versammelten sich zahlreiche enge Freunde, Wegbegleiter und Unterstützer im Peiner Hof, um mich auf die bevorstehenden 17 Tage zu verabschieden. Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass sogar meine Eltern extra aus Itzehoe angereist sind, um beim Start dabei zu sein.
Ein besonderer Moment war auch der Besuch von Melissa Ortiz Gomez, die sich die Zeit nahm, über die unheilbare Krankheit Kinderdemenz zu informieren und die wichtige Arbeit der NCL-Stiftung vorzustellen. Gemeinsam testeten wir nicht nur einen kleinen Tanzschritt, sondern wagten uns auch an einen symbolischen ersten Abschlag.
Dann wurde es ernst: Die Sirene ertönte und der erste Flight mit Gabi, Bettina und Björn ging gemeinsam mit mir auf die Runde. Die ersten 18 Loch der Tour waren gespielt – und nach knapp 9 Kilometern erreichten wir um 21:10 Uhr gerade noch rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit wieder das Clubheim.
Damit ist der Start geglückt und die Vorfreude auf die kommenden Tage wächst. Morgen führt mich die Tour über Hittfeld weiter nach Soltau, wo – wenn das Wetter mitspielt – beide Plätze gespielt werden sollen.
Etappe 2 am 06.05.: von Rellingen zum Hamburger Land & Golf Club Hittfeld e.V. und Golfpark Soltau
Gesamtetappe: ca. 117km radeln und 8,5km Golf
Der zweite Tag der „Birdies and Bike – die NCL Hope-Tour“ begann früh: Bereits um 5 Uhr klingelte der Wecker und pünktlich um 6 Uhr machte ich mich auf den Weg Richtung Hamburg. Wie schon 2020 auf meiner Tour nach München sollte eigentlich der Fähranleger Teufelsbrück meine Verbindung über die Elbe sein. Doch diesmal lief nicht alles nach Plan: Die Fähre brachte mich nicht nach Finkenwerder, sondern direkt zum Airbusgelände. Dort war allerdings alles abgesperrt und die Security ließ ausschließlich Airbus-Mitarbeiter passieren. Also blieb mir nichts anderes übrig, als wieder zurückzufahren und die Elbe schließlich über Neumühlen zu queren. Fast 45 Minuten gingen dadurch verloren.
Trotzdem erreichte ich gegen 9:35 Uhr fast pünktlich den Hamburger Land- und Golf-Club. Patrice, der Clubmanager, begrüßte mich herzlich und schickte mich direkt auf die Runde, da bereits die ersten Regentropfen fielen.
Der Platz beeindruckte mich sofort: anspruchsvoll, wunderschön gelegen und mit einigen ordentlichen Höhenmetern. Wer hier spielt, wird ein Cart definitiv zu schätzen wissen. Ich entschied mich allerdings dafür, mein Bag selbst über die rund 8,5 Kilometer zu tragen.
Bereits an Bahn 6 meldete sich der Golfpark Soltau telefonisch bei mir. Das vor meinem geplanten Abschlag stattfindende Turnier wurde aufgrund des schlechten Wetters abgesagt und ich hätte deutlich früher als ursprünglich geplant starten können. Dazu kam es allerdings nicht mehr. Der Regen wurde zunehmend stärker und ging schließlich in heftigen Dauerregen über. Gemeinsam mit Cathrin, meine Flightpartnerin in entschied ich mich daher schweren Herzens, die Runde zu verschieben.
Stattdessen fuhr ich ins Park Hotel Soltau, das mich freundlicherweise zu einer Übernachtung eingeladen hatte. Das Hotel liegt direkt am Ortseingang, sodass ich schnell unter die Dusche konnte. Nach ein, zwei Instagram-Storys ging es dann auch schon zum Abendessen und anschließend direkt ins Bett, um Kraft für den nächsten Tag zu sammeln.
Morgen geht die Tour im Golfpark Soltau um 9 Uhr weiter – hoffentlich bei etwas freundlicherem Wetter.
Etappe 3 am 07.05.: von Soltau nach Hannover
Gesamtetappe: ca. 92km und 8,7km Golf
Heute begann mein Tag pünktlich um 7 Uhr mit dem Wecker. Nach einem zügigen Frühstück stand ich schon um 9 Uhr am Golfpark Soltau, wo Katrin (Instaprofil @mothers_ad) auf mich wartete. Wir hatten eine richtig schöne 9-Loch-Runde – am Ende sind es sogar 11 Löcher geworden, bevor ich allein weiterspielte. Danach ging es aufs Rad – Ziel: Hannover. Unterwegs gab’s ein Navigationsabenteuer: Ich landete kurz auf dem Golfplatz, wo ein Greenkeeper mich freundlich zurückwies. Also: Neu navigiert. Um 19 Uhr kam ich trotz stetem Gegenwind im Hotel an. Ich wurde super freundlich empfangen, mein Fahrrad bekam einen sicheren Platz in der Garage, und mein Zimmer ist ausreichend klein und blitzsauber. Nach einer erholsamen Dusche ging es gegen 20 Uhr zum Abendessen. Ein voller, aber gelungener Tag!
08.05. Abschlag in Rethmar
Gesamtetappe: ca. 104km und 9,8km Golf
Mein Wecker riss mich um 6:15 Uhr aus dem Schlaf, denn um 8:20 Uhr musste ich in Rethmar auf dem Golfplatz stehen. Zuvor radelte ich 10 Kilometer vom Parkhotel zum Glück – Bilm dorthin. Die Runde begann mit blauen Himmel und meine Stimmung war super. Anfangs noch mit schweren Beinen, verlief die Runde zunehmend leichtfüßiger. Zunehmend waren auch die Wolken und es wurde kühler. Die Fairways waren zwar durch den Regen der letzten Tage sehr aufgeweicht, aber ich spielte durch. Nasse Füße, eine völlig verdreckte Hose. Nach knapp drei Stunden war ich fertig und tauschte mich sehr nett mit dem Gastro-Wirt Gökhan aus, der sogar für den guten Zweck meine Spendendose auffüllte. Anschließend fuhr ich 94 Kilometer weiter nach Nörten-Hardenberg, um am nächsten Morgen um 8:30 Uhr erneut abzuschlagen.
Etappe 4 am 09.05.: von Nörten-Hardenberg zum Golf Club Hardenberg
Gesamtetappe: ca. 12km und 8,75 Golf
Heute steht nur eine Radletappe an, ohne zu Golfen. Die Route führt mich durch hügelige Landschaften.
Am 09.05. ist das Spielen auf zwei Golfanlagen geplant.
Heute stand eine dieser Etappen an, die einem lange in Erinnerung bleiben. Der Tag begann mit 12 Kilometern vom Hotel Sachsenross bis zum Golfclub Hardenberg – eine Strecke, die bereits Lust auf mehr machte. Auf dem wunderbaren Göttingen Course warteten anschließend 8,75 intensive Kilometer voller sportlicher Herausforderungen. Der Platz präsentiert sich ambitioniert und anspruchsvoll, ohne dabei seinen besonderen Charme zu verlieren. Bei bestem Wetter machte jede Bahn einfach Freude und bot genau die Mischung aus Konzentration, Bewegung und Genuss, die den Golfsport so besonders macht.
Doch damit war der Tag noch lange nicht beendet.
Etappe 5 am 09.05.: von Hardenberg zum Sport- und Golf-Resort Gut Wissmannshof
Gesamtetappe: ca. 60km und 10,67km Golf
Weitere 60 Fahrradkilometer lagen vor mir – und nicht jeder Abschnitt davon war komfortabel. Teilweise führte die Strecke über durchaus fragwürdiges Terrain, sodass ich immer wieder absteigen und mein komplettes Equipment schieben musste. Gerade diese Momente machen eine Tour jedoch oft besonders: Sie fordern Geduld, Durchhaltevermögen und manchmal auch eine Portion Humor.
Am Ende erreichte ich schließlich das Hotel & Golfresort Wissmannshof – erschöpft, aber zufrieden. Dort erwartete mich ein tolles Zimmer und zudem die Möglichkeit, meine späte Startzeit von 17:50 Uhr auf 17:10 Uhr vorzuverlegen. Eine kleine Geste mit großer Wirkung, denn so blieb nach der Runde noch genügend Zeit, die Gastronomie des Hauses zu genießen.
Auch der Platz am Wissmannshof wusste absolut zu überzeugen. Ähnlich schön wie Hardenberg, zugleich mit eigenem Charakter und zahlreichen Bunkern, die höchste Aufmerksamkeit verlangten. Über 10 Kilometer war ich dort unterwegs und spürte mit jedem Schritt, wie intensiv dieser Tag gewesen war. Das anschließende Abendessen hatte ich mir mehr als verdient – und genau solche Tage sind es, die Sport, Natur und Reisen auf wunderbare Weise miteinander verbinden.
Etappe 6 am 10.05.: vom Gut Wissmannshof in Richtung Golfclub Fulda Rhön
Gesamtetappe: ca. 160,1km
9 Uhr. Nach dem Frühstück hieß es Abschied nehmen vom Gut Wissmannshof. Vor mir lag die bislang längste und zugleich anstrengendste Etappe meiner Tour – das Ziel: Hofbieber. Voller Respekt vor den kommenden Kilometern schwang ich mich wieder aufs Fahrrad. Doch schon nach wenigen hundert Metern zeigte sich, dass dieser Tag mir einiges abverlangen würde.
Die Navigation schickte mich erneut auf Wege, die für mein Gespann kaum geeignet waren. Besonders mein Anhänger machte viele Strecken zur echten Herausforderung. Schotterpisten, holpriges Kopfsteinpflaster, steile Anstiege oder sogar Wiesenwege – immer wieder musste ich anhalten, neu überlegen und alternative Routen suchen. Es war einer dieser Tage, an denen nicht nur die Beine arbeiten, sondern vor allem Geduld und Durchhaltevermögen gefragt sind. Aber es gab auch, wenige, entspannte Tourphasen. Zum Beispiel am Fuldaradweg entlang.
Umso schöner war der Moment, als mein Freund Olaf dazustieß. Plötzlich wurden die Ladepausen kurzweilig, die Stimmung leichter und die Anstrengung teilbarer. Gemeinsam erreichten wir Rotenburg an der Fulda, wo uns eine ganz besondere Begegnung erwartete: Nusret, der Besitzer der Eisdiele Cristallo, unterstützte meine Aktion mit einer Spende und lud Olaf und mich spontan auf ein Eis ein. Was für eine herzliche Geste! Solche Begegnungen machen diese Reise so besonders. Da komme ich gerne wieder vorbei – vielleicht dann allerdings ohne Fahrrad und Anhänger.
Nach dieser kleinen Stärkung ging es weiter durch die hügelige Rhön. Die Landschaft war wunderschön, aber die Strecke blieb anspruchsvoll. Immer wieder musste ich stoppen, den Akku laden oder die Navigation korrigieren. Nach rund 120 Kilometern gönnten Olaf und ich uns in Kerspenhausen eine wohlverdiente Pause bei einem Schnitzel. Kraft tanken für die letzten Kilometer.
Dann begann der Endspurt: Noch 40 Kilometer bis zum Hotel. Die Müdigkeit saß inzwischen tief in den Beinen, aber das Ziel rückte näher. Sechs Kilometer vor dem Ziel dann der nächste Rückschlag: Mein Akku versagte komplett. Wieder war Olaf zur Stelle und brachte mir den Ersatzakku vorbei. Ohne seine Unterstützung wäre dieser Tag deutlich schwerer geworden.
Mit neuer Energie ging es schließlich die letzten Kilometer rasant Richtung Hotel. Erschöpft, aber glücklich kam ich an. Ein Tag voller Herausforderungen, spontaner Hilfe, wertvoller Begegnungen und echter Freundschaft. Genau diese Momente zeigen mir immer wieder, warum sich jede Anstrengung lohnt.
Abschlag in Golfclub Fulda Rhön morgen am 11.05. um 9 Uhr
Etappe 7 am 11.05.: vom Golfclub Fulda Rhön nach Bad Kissingen
Gesamtetappe: ca. 73km und 8,2km Golf
Regen, Rhön und Rückenwind für den guten Zweck
Eigentlich sollte mein heutiger Golftag im Golfclub Fulda Rhön ganz entspannt erst um 9 Uhr beginnen.
Doch manchmal haben Tage ihre eigene Dynamik — und so war ich deutlich früher wach als geplant.
Da das Hotel ohnehin kein Frühstück anbot, entschied ich mich kurzerhand, direkt aufzubrechen. Bereits um 8 Uhr stand ich an Tee 1. Die Atmosphäre war besonders: ruhig, frisch, beinahe mystisch. Kein Trubel, nur der Platz, die Natur und dieser besondere Moment am frühen Morgen.
Am Grün der Bahn 3 bekam ich dann überraschend Gesellschaft. Hanan, die Clubmanagerin, kam dazu und begleitete mich bis zur 9 — obwohl sie montags eigentlich ihren freien Tag hat. Diese Herzlichkeit und spontane Unterstützung haben mich wirklich berührt. Vielen lieben Dank dafür!
Das Wetter meinte es allerdings weniger gut mit uns. Bereits an Bahn 4 begann es leicht zu tröpfeln, und aus dem feinen Nieselregen wurde schnell ein anhaltender Dauerregen.
Trotzdem hatte der Platz seinen ganz eigenen Zauber. Wunderschön eingebettet in die Landschaft der Rhön spielte ich Bahn für Bahn weiter und genoss die besondere Stimmung, die Regen manchmal erzeugen kann.
Mein bester Freund und treuer Versorgungshelfer Olaf begleitete mich durch den strömenden Regen bis zum Schluss. Gemeinsam wurden die Bedingungen aber auch nicht leichter.
Nach der Runde wartete im Sekretariat bei Andrea noch ein heißer Kaffee — genau das Richtige, um wieder etwas Wärme in den Körper zu bekommen.
Doch lange blieb keine Zeit zum Ausruhen.
Kurz trocknen, aufwärmen, neu sortieren — und bereits um 12:30 Uhr saß ich wieder auf dem eBike.
Weitere 75 Kilometer lagen vor mir:
über den wunderschönen Milseburgradweg, vorbei an Bad Neustadt an der Saale bis nach Bad Bocklet ins Hotel.
Am Ende des Tages blieb vor allem eines:
Nass. Müde. Glücklich.
Und gleichzeitig voller Dankbarkeit für all die Menschen, die diese Reise begleiten, unterstützen und möglich machen.
Morgen geht es früh weiter Richtung Bad Kissingen.
Für eine Zukunft ohne Kinderdemenz.
Die Tour geht in die nächste Phase.
Etappe 8 am 12.05.: von Bad Kissingen nach Kitzingen
Gesamtetappe: ca. 94,4km und 8,2km/8,6km Golf
Heute spiele ich die beiden Anlagen Golfclub Bad Kissingen und Golfclub Kitzingen
Tag 8 – Regen, gerissene Ketten und große Gastfreundschaft
Heute Morgen klingelte der Wecker früh – sehr früh. Um 7:30 Uhr stand ich bereits wieder auf dem Golfplatz. Tag 8 meiner Reise, Platz Nummer 8: Bad Kissingen. Und wie sollte es anders sein? Wieder ohne Frühstück. Dafür aber erneut komplett im Regen. Langsam entwickelt sich das wohl zu einer festen Kombination.
Zum Glück tauchte Olaf kurz vor 9 Uhr wie ein Retter auf und brachte mir zwei Brötchen vorbei. Die wurden dann ganz stilecht am Abschlag der Bahn 16 verdrückt. Gourmet-Frühstück geht sicher anders – aber in diesem Moment hätte es kaum besser schmecken können.
Bereits gegen 10 Uhr war die Runde beendet und ich schwang mich wieder auf meinen Drahtesel, denn der nächste Platz wartete bereits: Kitzingen, Platz Nummer 9. Der Zeitplan war sportlich, aber bis zur Mitte der Strecke lief alles nach Plan. Dann der Schockmoment: Meine Fahrradkette riss.
Für einen kurzen Augenblick dachte ich wirklich: „Das war’s jetzt.“
Doch manchmal passt einfach alles zusammen. Olaf befand sich zufällig genau zum vereinbarten Zeitpunkt in der Nähe eines Fahrradgeschäfts. Also schnell das Nötigste organisiert, repariert und weiter ging die Fahrt. Und als kleines Highlight unterwegs gab es in Volkach sogar noch ein Eis – ein kurzer Moment von Sommer mitten zwischen Regenwolken, Kilometerstress und Zeitdruck.
Pünktlich kam ich schließlich in Kitzingen an. Dort erwartete mich ein Empfang, der mich wirklich tief bewegt hat. Ich wurde unglaublich herzlich und voller Freude begrüßt. Die 1. Herren- und Damenmannschaft waren vor Ort und überreichten mir zusätzlich noch eine beträchtliche Spendensumme für die NCL-Stiftung.
Von Herzen: Danke.
Das ist alles andere als selbstverständlich und bedeutet mir unglaublich viel.
Anschließend durfte ich gemeinsam mit Ludwig und Fabian noch eine entspannte 18-Loch-Runde spielen. Und dann passierte tatsächlich noch etwas Besonderes: An Bahn 7 gelang mir ein Birdie. Natürlich blieb das nicht folgenlos – meine Flightpartner luden mich direkt zum obligatorischen Birdieschnaps ein.
Ein perfekter Abschluss eines ohnehin schon ereignisreichen Tages.
Oder fast perfekt. Denn kurz vor Schließung der Gastronomie durften Olaf und ich uns vom Gastrochef sogar noch ein Essen aussuchen. Nach Regen, Fahrradpanne, langen Kilometern und zwei Golfplätzen fühlte sich diese Gastfreundschaft beinahe luxuriös an.
Ich bin heute wieder einmal überwältigt davon, wie viele Menschen mich auf dieser Reise unterstützen, mitfiebern und mir begegnen. Genau diese Momente bleiben hängen. Nicht nur die Kilometer, nicht nur die Plätze – sondern die Menschen dahinter.
Danke für diesen besonderen Tag 8.
Etappe 9 am 13.05.: von Kitzingen zum Golfclub Rothenburg-Schönbronn
Gesamtetappe: ca. 79km und 8,1km Golf
Der Morgen im Hotel Cavallestro begann früh. Bereits um 6:15 Uhr klingelte der Wecker im Richthofen Circle. Draußen war es noch kühl und grau, doch um 7 Uhr wartete ein leckeres Frühstück – genau die richtige Grundlage für den nächsten Abschnitt der Tour. Gegen 8:30 Uhr saß ich wieder auf dem Fahrrad. Das heutige Ziel: der rund 67 Kilometer entfernte Golfpark Rothenburg-Schönbronn. Inzwischen fühlt sich selbst diese Distanz fast wie ein Katzensprung an.
Doch der Tag machte es mir alles andere als leicht. Es war kalt, ungemütlich und der Wind blies mit voller Kraft von vorne. Teilweise so stark, dass selbst bergab kein Rollenlassen möglich war – ich musste weiter treten, nur um das Tempo zu halten. Solche Momente zeigen, dass nicht allein die Kilometer zählen, sondern vor allem die Bedingungen, unter denen man sie bewältigt.
Nach etwa dreieinhalb Stunden erreichte ich schließlich die Golfanlage. Dort wurde ich von Friedrich herzlich empfangen. Er kümmerte sich sofort um meinen Akku und überraschte mich zusätzlich mit einer kleinen Fairwayverpflegung. Nach der anstrengenden Fahrt tat diese Herzlichkeit besonders gut. Genau solche Begegnungen machen diese Reise aus – man kommt an fremde Orte und fühlt sich dennoch willkommen wie bei Freunden.
Ohne lange Pause ging es direkt auf die Runde. Der Platz präsentierte sich wunderschön und angenehm entspannt. Sanfte Hügel, abwechslungsreiche Spielbahnen und immer wieder neue Perspektiven in die fränkische Landschaft machten die Runde besonders reizvoll. Kein spektakulärer Showplatz, sondern eine Anlage mit Charakter und Ruhe.
Am 17. Loch tauchte dann überraschend Horst Döllinger, der Besitzer des Clubs, auf. Darüber habe ich mich wirklich gefreut. Nach drei Stunden Golf meldete sich langsam der Hunger – umso schöner, dass Horst Döllinger uns direkt zum Abendessen ins Restaurant „Fuchs und Hase“ einlud. Ein herzliches Dankeschön für diese großartige Gastfreundschaft.
Nach einem langen Tag im Gegenwind, vielen Eindrücken und guten Gesprächen ging es anschließend weiter ins etwa 12 Kilometer entfernte Wörnitz zum nächsten Hotel. Wieder ein Tag, der gezeigt hat: Es sind nicht nur die Strecken oder Golfplätze, die diese Reise besonders machen – es sind vor allem die Menschen entlang des Weges.
Etappe 10 am 14.05.: vom Golfclub Rothenburg-Schönbronn nach Heidenheim
Gesamtetappe: ca. 108,6km
Manchmal weiß ich gar nicht in welchem Ort ich mich befinde, so schnell rauschen die Tage an mir vorbei. Heute früh bin ich im gemütlichen Bed & Breakfast Apfelstern in Wörnitz aufgewacht – jetzt liege ich bereits im Akzent Hotel Hirsch in Heidenheim und lasse einen langen, intensiven Tag ausklingen.
Mittlerweile stehen über 900 Kilometer auf dem Fahrrad, zehn bespielte Golfanlagen und mehr als 87 Kilometer zu Fuß auf den Golfplätzen hinter mir. Wenn ich diese Zahlen lese, klingt das fast unwirklich. Doch jeder einzelne Kilometer erzählt seine eigene Geschichte.
Eigentlich sollte die heutige Etappe „nur“ 75 Kilometer lang werden. Laut Navigation war dafür eine Fahrzeit von rund fünf Stunden angesetzt. Am Ende zeigte mein Tacho jedoch knapp 109 Kilometer und knapp sechseinhalb Stunden Fahrzeit an. Solche Tage lehren mich immer wieder Demut – denn egal, wie gut man plant, unterwegs schreibt das Leben oft seine ganz eigene Route.
Und dennoch: Es war eine wunderschöne Strecke. Heute führte mich mein Weg durch einige der beeindruckendsten Orte der deutschen Fachwerkstraße. Dinkelsbühl und Nördlingen haben mich mit ihrer besonderen Atmosphäre sofort in den Bann gezogen. Diese historischen Städte wirken fast wie aus einer anderen Zeit – voller Charme, Geschichte und kleiner Momente zum Innehalten.
Gegen 16:15 Uhr erreichte ich schließlich das Akzent Hotel Hirsch in Heidenheim. Doch der Tag war noch nicht vorbei. Gemeinsam mit Olaf fuhr ich noch schnell zur Heidenheimer Voith-Arena, um dort einige Fotos für zwei Spendenübergaben an die NCL-Stiftung zu machen.
Zurück im Hotel kam dann ein Moment, der mich emotional bewegt hat: Olaf verabschiedete sich nach vier gemeinsamen Tagen. In dieser Zeit hat er mich mental und körperlich unglaublich unterstützt. Gerade auf so einer langen Reise merkt man, wie wertvoll echte Unterstützung, gute Gespräche und gemeinsame Erlebnisse sind. Für einen Tag bin ich nun auf mich allein gestellt – doch morgen in Ulm stößt meine Frau zu mir. Allein dieser Gedanke gibt mir bereits neue Kraft.
Kaum im Hotel angekommen, wartete direkt die nächste besondere Begegnung auf mich. Frau Heinle, die Betreiberin des Hotels, lud mich spontan zum Abendessen mit ihrer Familie ein. Eigentlich war heute ihr Ruhetag – umso schöner war diese herzliche Geste. Genau solche Momente machen diese Reise für mich so besonders.
Und ja: Die berühmten Maultaschen des Hauses verdienen ihren ausgezeichneten Ruf absolut. Es gab gebratene Maultaschen, Maultaschen in Brühe mit Zwiebelschmelze, dazu Kartoffelsalat und einen gemischten Salat. Zum Abschluss gönnte ich mir noch ein kleines Orangeneis. Nach so einem Tag schmeckt selbst ein einfaches Essen wie ein kleines Fest.
Jetzt liege ich im Zimmer, endlich in der Waagerechten, und spüre jeden einzelnen Kilometer des Tages. Morgen geht es weiter – rund 60 Kilometer bis nach Ulm, inklusive einer weiteren 18-Loch-Runde auf dem Golfplatz.
Diese Reise fordert mich jeden Tag aufs Neue. Aber sie zeigt mir auch, wie viel Herzlichkeit, Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit unterwegs auf mich warten.
In diesem Sinne:
Gute Nacht aus Heidenheim – und bis morgen aus Ulm.
Etappe 11 am 15.05.: von Heidenheim zum Golf Club Ulm
Gesamtetappe: ca. 95km
Etappe 12 am 16.05.: vom Golf Club Ulm nach Oberstdorf
Gesamtetappe: ca. 116km























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